Konzept


Vernetzung und Digitalisierung als Chance für innovative Stadtsysteme

Die fortschreitende Urbanisierung stellt viele Städte und Ballungszentren vor große Herausforderungen. Zum einen müssen sie der stetig wachsenden Stadtbevölkerung trotz oft angespannter Haushaltslage ausreichenden und qualitativ hochwertigen Wohn-, Arbeits- und Lebensraum bereitstellen. Zum anderen sind die urbanen Räume vermehrt das zentrale Spielfeld für wirtschaftliche Aktivitäten mit einer Vielzahl an unterschiedlichen Akteuren. Darüber hinaus müssen Städte aktuelle Entwicklungen, wie etwa die zunehmende Verbreitung von sogenannten Sharing- oder Value-in-Use Konzepten, bei der Gestaltung des urbanen Wertschöpfungssystems berücksichtigen.

Um im internationalen Wettbewerb um Unternehmensansiedlungen und qualifizierte Arbeitskräfte bestehen zu können, wird es für die Städte daher immer wichtiger, das urbane Wertschöpfungssystem möglichst flexibel, effektiv und effizient zu organisieren. Ein vielversprechender Ansatz ist dabei eine intelligente Vernetzung der Akteure über die unterschiedlichen Stadt-Subsysteme wie Mobilität/Logistik, Planen/Bauen/Nutzen, Umwelt, Ver-/Entsorgung, Gesundheit, Handel und Bürgerservices hinweg. Die Erfahrung der vergangenen Jahre zeigt, dass die Möglichkeiten zur Verbesserung der Wertschöpfungsprozesse innerhalb der städtischen Subsysteme begrenzt sind und sich erst durch deren Vernetzung bedeutende Innovations- und Synergiepotenziale ergeben.

Mit Smart Urban Services zukunftsfähig werden

Im Pilotprojekt »Smart Urban Services: Datenbasierte Dienstleistungsplattform für die urbane Wertschöpfung von morgen« wird untersucht, wie neue und intelligent vernetzte Dienstleistungsangebote – sogenannte Smart Urban Services – dazu beitragen können, urbane Räume stärker zu vernetzen und eine integrativ ausgerichtete Wertschöpfung zu etablieren. Die beteiligten Forschungsinstitutionen und Stadtvertreter identifizieren und erproben neue, tragfähige Ansätze für Wertschöpfungs- und Dienstleistungsinnovationen in der Stadt von morgen und setzen sie beispielhaft um.

Zunächst werden urbane Potenzialfelder identifiziert, in denen die Smart Urban Services entwickelt werden. Begleitend werden die Auswirkungen auf Beschäftigung und Gesellschaft untersucht. Im Hauptteil des Projekts wird eine integrierte Plattform konzipiert und prototypisch umgesetzt, welche die verschiedenen Akteure in der Stadt über die Subsysteme hinweg vernetzt. Von diesem Wertnetz profitieren Kommunen, Unternehmen und Bürger. Pilotstädte sind Chemnitz und Reutlingen.

 

Smart Urban Services sind …

… datenbasierte, individuell konfigurierbare Leistungsbündel von privaten und öffentlichen Anbietern, die häufig über integrierte Dienstleistungsplattformen erbracht werden und welche sich durch verändernde Rahmenbedingungen urbaner Räume ergeben und Bedürfnisse der Stadtakteure adressieren.

(Quellen: Neuhüttler; Acatech)

 

Forschungsansatz

 

Die integrierte Dienstleistungsplattform besteht im Wesentlichen aus drei Ebenen. Über eine physische Sensorinfrastruktur werden auf der ersten Ebene in den verschiedenen Subsystemen Daten erhoben – unter besonderer Berücksichtigung des Datenschutzes.

Diese werden auf der zweiten Ebene, der Datenplattform, gesammelt, zusammengeführt und ausgewertet. Die Daten werden dabei einer Vielzahl an unterschiedlichen Akteuren zur Verfügung gestellt und nicht innerhalb der einzelnen Sektoren als proprietäre und isolierte Daten gespeichert. Indem die unterschiedlichen Stadtakteure Zugriff auf offene Datensätze haben, werden Potenziale für neue Dienstleistungsinnovationen und für eine flexiblere und effizientere Wertschöpfung innerhalb der urbanen Räume geschaffen.

Auf der dritten Ebene der integrierten Plattform, der Dienstleistungsplattform, können die unterschiedlichen Stadtakteure gemeinsam innovative Dienstleistungssysteme entwickeln und anbieten.

 

Wichtige Meilensteine

Aufbau einer urbanen Sensor-Infrastruktur und Datenplattform

Einbau von Sensorik in verschiedenen Stadt-Subsystemen zur umfangreichen Sammlung von urbanen Daten

 

Systematische Verknüpfung und Auswertung der Daten auf einer Datenplattform pro Stadt

 

Entwicklung von Potenzialfeldern

Auf Basis der verknüpften Daten sollen Potenziale für Synergien und neue Dienstleistungsangebote ermittelt werden, die einen Mehrwert für Kommunen, Unternehmen und Bürger liefern.

 

 

Aufbau einer Dienstleistungsplattform

Vernetzung unterschiedlicher Stadtakteure bei der Entwicklung von innovativen Dienstleistungssystemen

Nutzung von Plattform-Services durch die jeweiligen Partner

Angebot von neuen Dienstleistungsangeboten über die integrierte Plattform

 

Untersuchung von Auswirkungen

Auswirkungen auf bestehende Prozesse, Netzwerke und Geschäftsmodelle der beteiligten Akteure

Auswirkungen auf Beschäftigte und Bürger der Pilotstädte

 

 

 

Projektdaten

Die Pilotmaßnahme »Smart Urban Services: Datenbasierte Dienstleistungsplattform für die urbane Wertschöpfung von morgen« wird mit Mitteln vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Programm »Innovationen für die Produktion, Dienstleistung und Arbeit von morgen« (Förderkennzeichen 02K14Z010) gefördert und vom Projektträger Karlsruhe (PTKA) betreut.

Laufzeit:                        01.11.2014 bis 30.04.2018

Auftraggeber:               Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Projektträger:               Projektträger Karlsruhe (PTKA)

Förderkennzeichen:     02K14Z010

Projektpartner